Gerry Hofstetter

Die Universal­sprache des Lichts

Gerry Hofstetter
Gerry Hofstetter

Pyramiden, Jungfrau, Nordpol, Titanic: Der Lichtkünstler Gerry Hofstetter scheut kein Abenteuer, um seine Botschaften in die Welt zu projizieren.

»Die Bedienung macht nur einen Bruchteil meiner Arbeit aus. Kunst entsteht erst, wenn ich meine Idee, etwa die Projektion der Titanic in der Originallänge von 269 Metern, zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf die richtige Projektionsfläche bringen kann. In diesem Fall exakt 100 Jahre nach dem Untergang auf einen 600 Meter großen Eisberg im Eismeer Grönlands.

Am Anfang eines Projekts steht die kreative Idee. Sie setzt sich in einem künstlerischen Konzept fort und gelingt schließlich dank großem Recherche-, Planungs- und Organisationsaufwand. Er dauert manchmal sogar Jahre!

Mit Licht vermittle ich zwar Botschaften, auch für meine Auftraggeber. Doch Licht ist mehr als ein bloßes Mittel zum Zweck. Licht ist neben Musik und Farbe eines jener drei Elemente, die man weltweit versteht, unabhängig von Sprache und kulturellem Kontext. Und weil es für den Menschen lebenswichtigen Charakter hat, verleiht es jeder Botschaft, ob sie nun kulturell, politisch oder gesellschaftlich ist, einen positiven Charakter. Sie stellt sie wortwörtlich ins richtige Licht.«

Jungfrau-Nordwand, Schweiz, Januar 2012

Mitten im bitterkalten Winter schleppte sich Gerry Hofstetter mit gebrochenem Bein hinauf zu seinem Biwak auf 3380 Meter über Meer. Von dort aus beleuchtete er die Nordwand der Jungfrau. Dabei überlebte er einen 251-km/h-Sturm, Minus-30-Grad-Kälte und Unmengen an Neuschnee.

Expedition Ägypten, Oktober 2006

Als UNO-Botschafter der besonderen Art verzauberte Gerry Hofstetter zum »Jahr der Wüste« die Weiße Wüste, die Pyramiden von Gizeh, die Sphinx und das Ägyptische Nationalmuseum.

Arktis, 100-Jahre-Gedenktag Untergang Titanic, 14. April 2012

Schon 2007 begann Gerry Hofstetter mit Tests in der Arktis. Das Ziel: die Titanic in Originalgröße von 269 Metern zu ihrem Gedenktag auf einen gigantischen Eisberg zu projizieren – in Anbetracht der 1514 Opfer. Dies sollte genau an dem Ort geschehen, wo der Eisberg entstand, der das Schiff versenkte. Nach lebensgefährlichen Fehlschlägen schafften es Hofstetter und Team, die Bilder wie gewünscht in den Kasten zu bekommen.

Norwegen, Expedition Polarlights, März 2017

Als die Sonnenwinde besonders günstig wehten, reiste Gerry Hofstetter kurz entschlossen in den Norden Norwegens. In drei Stunden fing er das Licht genau so ein, wie es ihm seit neun Jahren vorschwebte.

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Gerry Hofstetter
Gerry Hofstetter ist Lichtkünstler. Aus Anlass der 500 Jahre Reformation ist er unterwegs mit der »Schattenwurf Zwingli«-Tour.